Ist Wasserkraft trotz hoher Kosten und Umweltschutz ein gutes Investment?

Neue Artikel-Serie zum Thema Erneuerbare Energie – wo lohnt es zu investieren und wo nicht?

Teil 4: Wasserkraft – hohe Investitionskosten und Umweltschutzfragen behindern neue Wasserkraftwerke

Wo es bei Photovoltaik-, Windkraft- und Geothermie-Projekten relativ einfach ist zu investieren (da es in diesen Bereichen zumindest eine große Anzahl an börsengelisteten Unternehmen gibt), wird es bei Investitionen in Wasserkraft-Projekte ungleich schwieriger.

Hohe Investitionen nicht zu stemmen

Die allermeisten davon sind mit extrem hohen Investitionen im dreistelligen Millionenbereich (zumindest dann, wenn eigens ein neuer Damm errichtet werden muss) verbunden und für kleinere Unternehmen kaum zu stemmen.

Hinzu kommt, dass viele Wasserwege entweder schon mit Kraftwerken gesäumt sind oder andere Gründe (Schiffswege, umwelttechnische Bedenken) einem Kraftwerksbau entgegen stehen.

Umweltschutz und Staudamm – das passt scheinbar nicht zusammen

Gerade die Errichtung des Drei-Schluchten-Staudamms in China hat gezeigt, dass eine eigentlich recht umweltfreundliche Energieerzeugungsweise doch recht schnell ins Gegenteil umschwenken kann.

Die Überflutung großer Landstriche führt nicht selten zum Verlust einzigartiger Flora und Fauna und kann sich obendrein auch negativ auf unterhalb des Damms liegende Gebiete auswirken. Obendrein werden derartige Projekte häufig lediglich zur Ansiedlung energieintensiver Industrien verwirklicht, was in vielen Teilen der Bevölkerung zu noch mehr Unmut führt.

Ein gutes Beispiel hierfür wäre der Kárahnjúkar-Staudamm auf Island, einem Land, das seine Bevölkerung zu 90 Prozent aus Geothermie mit Energie versorgt. Kárahnjúkar wurde dagegen lediglich zur Stromversorgung eines nahe gelegenen Aluminiumwerks von Alcoa errichtet.

Zwei Investitionsmöglichkeiten im Bereich Wasserkraft

Bleiben also nur zwei Möglichkeiten: Entweder Investitionen in kleinere, aufstrebende Unternehmen, die Wasserkraftwerke planen oder betreiben, die lediglich in Form eines Wehrs die Wasserströmung ausnutzen (so genannte Run-of-River-Methode) oder eine Investition in einen der Großen der Branche.

Der Nachteil bei letzteren ist, dass diese entweder nicht börsengelistet oder aber keine reinen Wasserkraftwerksbetreiber sind. Denn, wenn ich in Wasserkraft investieren will, dann macht beispielsweise eine Anlage in RWE-Aktien wenig Sinn.

Kostengünstige Anlagen bieten gute Renditechancen

Mehr Sinn macht da schon eine Investition in einen kleineren Kraftwerksbetreiber, der auf die relativ kostengünstige Run-of-River-Methode setzt. Dabei ist kein oder nur ein sehr kleiner Staudamm in Form eines Wehrs nötig, denn die Stromerzeugung erfolgt ausschließlich über die Strömungskraft des Wassers.

Dabei lassen sich noch so genannte „High-Head“- und „Low-Head“-Anlagen unterscheiden. Während man beim High-Head die Fall-Energie in bergigen Landschaften nutzt (ähnlich wie bei der Stromerzeugung in Pumpspeicherkraftwerken), wird beim Low-Head die reine Fließenergie des Wassers genutzt.

Die geschätzten Kosten für ein Kraftwerk, welches die Low-Head-Methode nutzt und in Europa auf einem nicht schiffbaren Fluss installiert wird, liegen bei einer Leistung von etwa 30 Megawatt, bei etwa 70 Millionen Euro und wären damit auch für einen kleineren Betreiber zu stemmen. Die geschätzte Energieausbeute pro Jahr läge bei etwa 130 Gigawattstunden und würde das Kraftwerk bereits nach etwa zehn bis zwölf Jahren amortisieren.

Derartige Kraftwerke sind aktuell vor allem in der Balkanregion geplant, da dort unter anderem die Wege zu den Hauptabnehmern in Italien recht kurz sind und sich dadurch auch höhere Abnahmepreise vereinbaren lassen. Zudem erhalten die Kraftwerksbetreiber noch Umweltzertifikate, die die jeweiligen Vorhaben noch lukrativer machen.

Mehr zu weiteren Investmentmöglichkeiten im nächsten Teil unserer Serie Erneuerbare Energie – wo lohnt es zu investieren und wo nicht?

Hinweis: Informationen über ein „Wundermaterial“, welches der gesamten Branche zu einem zweiten Frühling verhelfen könnte, finden Sie in der aktuellen Ausgabe des First Mover.

Welche Meinung haben Sie zu Investitionen in die Wasserkraft? Halten Sie diese für überaltert und aus heutigen umwelttechnischen Gesichtspunkten für nicht mehr empfehlenswert? Oder könnten sie sich eine Investition in einen Wasserkraftwerksbetreiber durchaus vorstellen? Wo lohnen sich Ihrer Meinung nach eher Investments in Stromerzeuger? Oder gibt es Investments, die nur indirekt mit der eigentlichen Stromerzeugung zu tun haben und gerade deshalb bessere Performance-Chancen bieten? Ihre Meinung interessiert mich sehr!

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3 Gedanken zu “Ist Wasserkraft trotz hoher Kosten und Umweltschutz ein gutes Investment?

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