Lohnt es in Solarenergie-Aktien zu investieren?

Teil 1: Solarwerte – Wo man am ehesten Geld vernichten kann

Viele von Ihnen haben mich in den vergangenen Tagen und Wochen angeschrieben und mich darum gebeten, eine Einschätzung zu aktuellen Investitionsmöglichkeiten im Bereich Stromerzeugung, Smartgrids und grünen Anlagen im Allgemeinen abzugeben. Dem möchte ich an dieser Stelle gerne nachkommen.

Grüne Energie ja – Investitionen in entsprechende Unternehmen jein

Zunächst einmal ganz Allgemein: Investments in Unternehmen, die sich im Rahmen der so genannten „Energiewende“ bewegen, sind grundsätzlich eine durchaus lohnenswerte Sache. Doch auch hier lassen sich weniger gute von guten und exzellenten Investmentmöglichkeiten unterscheiden. Beginnen wir doch einfach mal mit den weniger guten.

Solarwerte – ehemalige Dinosaurier auf Ramschniveau

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass Solarwerte kurstechnisch regelrecht am Boden liegen. Ein verlockender Zeitpunkt zum (Wieder-)Einstieg mag man da meinen! – Oder doch lieber nicht? Allen voran deutsche, aber auch europäische und nordamerikanische Solarhersteller fristen kurstechnisch schon seit geraumer Zeit ein regelrechtes Schattendasein. Bestes Beispiel ist wohl Solarworld, die von ihrem All-Time-High Ende 2007 bis jetzt rund 93 Prozent an Wert verloren hat. Allein in 2011 mussten schon weit über 20 Solarhersteller weltweit Konkurs anmelden. Die bekanntesten Beispiele sind sicherlich Arise, Evergreen Solar, Blue Chip Energy und Solyndra.

Vielfältige Probleme machen Solarwerte zu toxischen Papieren

Die Gründe für diese – fast schon – Systemkrise sind sehr vielschichtig. Die große Masse der deutschen Hersteller ruhte sich zu Boom-Zeiten auf hohen Subventionen und Einspeisevergütungen – und damit verbunden auch mit einem niedrigen Sparinteresse der Kunden – aus und vergaß dabei nahezu komplett auf Weiterentwicklungen zu setzen. Zudem produzieren die meisten deutschen Hersteller eben noch immer in Deutschland, was diese kostenmäßig gegenüber asiatischen Herstellern wettbewerbsunfähig macht. Bitte nicht falsch verstehen: Ich persönlich bin ein absoluter Verfechter von „Made in Germany“! – Nur in einer globalisierten Welt rechtfertigt ein Qualitätsunterschied nur noch in sehr wenigen Bereichen einen durch höhere Produktionskosten verursachten, teureren Preis. Zumal viele asiatische Hersteller mittlerweile in punkto Qualität durchaus mit deutschen Produzenten mithalten können. Allen voran beim vielfach zitierten Wirkungsgrad. Asiatische Hersteller haben Deutschland im Bereich der Photovoltaik aus meiner Sicht also mindestens schon eingeholt, wenn nicht sogar bereits überholt.

Eigenstudie belegt Vermutungen

Eine von mir aus Eigeninteresse gestartete Kostenvoranschlags-Studie für eine 20 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach kam zu dem Ergebnis, dass nur noch drei von zwölf Unternehmen, die ein Angebot abgaben, auf Module aus deutscher Herstellung setzten. Übrigens alle drei aus dem Hause Schott Solar. Acht Handwerksbetriebe boten asiatische Module an, einer eines aus Nordamerika. Unter den asiatischen Herstellern waren bekannte Namen wie Yingli (mittlerweile übrigens einer der Hauptsponsoren von Bayern München und damit schon jetzt einer breiten Masse der deutschen Bevölkerung ein Begriff), Suntech und Kyocera. Auf Nachfrage warum denn keine deutschen Hersteller mehr berücksichtigt würden, wurde eigentlich immer gleich argumentiert: Bei den mittlerweile stark gesunkenen Einspeisevergütungen schauen deutsche Kunden mittlerweile zu allererst auf den Preis und da liegen die Asiaten eben bedeutend tiefer.

Fazit: Deutsche Hersteller nicht, asiatische nur bedingt empfehlenswert

Als Fazit bleibt anzumerken, dass zumindest deutsche Solarmodulhersteller auch bei aktuellen Preisen kein Kauf sind. Das Strohfeuer, das nach den Ereignissen in der Kernkraftanlage Fukushima ausgelöst wurde und sich in zunächst steigenden Kursen manifestierte, war nur von kurzer Dauer. Selbst ein derartiges Ereignis gab den deutschen Solarfabriken also nur wenig Rückenwind. Der deutsche Markt ist aus meiner Sicht einfach zu übersättigt und zudem ist die Photovoltaik gegenüber der Windkraft zu teuer und zu ineffizient. Gerade deswegen verschieben sich die Großinvestitionen für entsprechende Stromerzeugungsanlagen mehr und mehr in Richtung Windkraft.

Bei den asiatischen Herstellern zeigt sich ebenfalls bereits ein gewisses Sättigungsniveau, dem ähnliche Kursverläufe wie bei den deutschen Herstellern folgen dürften. Zudem ist die Entsorgungsfrage hinsichtlich giftiger Substanzen, die vor allem von asiatischen und nordamerikanischen Herstellern verwendet werden (Cadmium) noch immer nicht geklärt, dürften in Kürze aber zum Bumerang werden. Nämlich dann, wenn nach und nach die ab Mitte der 1990er Jahre installierten Module entsorgt werden müssen.

Global betrachtet hat sich die Erkenntnis, dass man mittel- bis langfristig weg von den fossilen Energieträgern kommen muss, bis dato nur in wenigen Ländern durchgesetzt. Und die meisten dieser wenigen Länder setzen dann doch lieber auf den (vermeintlich) billiger zu erzeugenden Atomstrom.

Sofern nicht ein Wunder geschieht, sollte der Markt für Solarmodule seine besten Zeiten bereits hinter sich haben und Investments in Solarhersteller damit ebenso. Große Kurssprünge sind aus meiner Sicht jedenfalls nicht zu erwarten.

Übrigens: Informationen über ein „Wundermaterial“, welches der gesamten Branche zu einem zweiten Frühling verhelfen könnte, finden Sie in der aktuellen Ausgabe des First Mover.

Welche Meinung haben Sie zum Solarmarkt? Sind Sie (noch) investiert und suchen nach einer Alternative? Wo lohnen sich Ihrer Meinung nach eher Investments in Stromerzeuger? Oder gibt es Investments, die nur indirekt mit der eigentlichen Stromerzeugung zu tun haben? – Mehr dazu im zweiten Teil unserer Serie Erneuerbare Energie – wo lohnt es zu investieren und wo nicht?

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3 Gedanken zu “Lohnt es in Solarenergie-Aktien zu investieren?

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