Windenergie in Europa: Kein Ende des Wachstums in Sicht

Die Windenergie ist nach menschlichem Ermessen unerschöpflich und kann verglichen mit anderen Erneuerbaren Energien relativ leicht nutzbar gemacht werden.

Schon seit Jahrtausenden nutzt die Menschheit die Kraft des Windes um Schiffe zu bewegen, Wasser zu pumpen und Korn zu mahlen. Demgegenüber ist die zeitgenössische Verwendung der Windkraft zur Gewinnung von Elektrizität noch eine sehr junge Technologie.

So entstand z.B. der erste kommerzielle Windenergiepark Deutschlands mit 30 Kleinanlagen erst 1988. Obwohl sich seitdem viel getan hat, ist ein Ende des Windenergieausbaus nicht in Sicht. Wie ist der Stand in Europa und wer sind die Big Player?

Europa bei Windenergie weltweit führend

Die Europäische Union ist weltweit mit Abstand derjenige Wirtschaftsraum, der am meisten Energie aus der Windkraft entnimmt. Im Jahr 2010 waren in der EU ca. 84 Gigawatt Kapazität installiert und damit fast doppelt so viel wie in China. Der Vergleich ist beeindruckend, da in China fast dreimal mehr Menschen leben. Knapp hinter China folgen die USA mit gut 40 Gigawatt installierter Leistung.

Innerhalb Europas ist Dänemark, zumindest was die installierte Leistung pro Kopf und in Relation zur Landfläche angeht, mit Abstand führend. Bei der Leistung pro Kopf folgen Spanien, Portugal und Deutschland mit großem Abstand. Obwohl Dänemark mit 5,5 Mio. Einwohner einer der kleineren Staaten ist, belegt das Land weltweit bei der installierten Gesamtleistung einen achtbaren zehnten Platz. Damit werden sogar Australien und Japan übertroffen.

Innerhalb der EU befinden sich in Deutschland, Spanien und Italien die größten Kapazitäten. Der vielleicht aussagekräftigste Maßstab für den Fortschritt beim Ausbau der Windenergie ist der Anteil an der Gesamtenergieerzeugung. Hier belegt Dänemark mit 21% abermals den ersten Platz, gefolgt von Portugal (18%), Spanien (16%) und Deutschland (9%).

Vestas Wind Systems: Kampf gegen chinesische Windmühlen

Es wird nicht überraschen, dass Vestas Wind Systems aus Dänemark zu den größten Windkraftunternehmen der Welt zählt. Im vergangenen Jahr hielten die Dänen den weltweit größten Marktanteil nach installierter Kapazität. Doch das Unternehmen hat mit Problemen zu kämpfen. Das Jahr 2011 lief für Vestas alles andere als gut. Ende Oktober mussten die Prognosen für das laufende Jahr deutlich gesenkt werden. Als Grund wurde die Verzögerung eines Projekts in Deutschland genannt. Aber der Auftragseingang in 2011 war durchgehend enttäuschend.

Etwas besser ist es um den spanischen Konkurrenten Gamesa bestellt, der im Gegensatz zu Vestas auch im Solarbereich tätig ist. Mitte November wurde gemeldet, dass das Umsatzziel für 2011 mit dem Ende des dritten Quartals erfüllt werden konnte. Unterdessen hat Nordex aus Rostock unter den derzeit schwachen Marktbedingungen zu kämpfen und den Gewinnausblick auf 2011 zurückgenommen.

Chinesische Konkurrenz legt den Hebel um

Analysten verweisen auf den starken Preisdruck am Markt für Windenergiegeneratoren, der von der asiatischen Konkurrenz angetrieben wird. Insbesondere chinesische Anbieter können inzwischen günstiger anbieten und gewinnen zunehmend Marktanteile. Allerdings klagen die Kunden chinesischer Unternehmen über schlechte Qualität. Noch haben die europäischen Unternehmen also einen Vorteil bei der Technologie und der Zuverlässigkeit.

Ein Ende des Wachstums im Bereich Windenergie ist nicht abzusehen. Und doch tun sich die europäischen Unternehmen angesichts der chinesischen Konkurrenz schwer. Wie ist Ihre Meinung? Haben die Europäer dank ihrer Technologie langfristig eine Chance? Oder wird am Ende asiatische “Billigware” siegen?

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2 Gedanken zu “Windenergie in Europa: Kein Ende des Wachstums in Sicht

  1. Ja, die Asiaten werden siegen. Vor einigen Jahrzehnten machten die Japaner den Europäern Produkte nach (Autos!), anfänglich schlecht, dann immer besser bis zur Perfektion. So machen es nun die Chinesen: auch sie sind lernwillig und -fähig.

  2. Ich glaube, dass die Europäer Aufgrund des Technikvorsprungs am Ende die Nase vorn haben werden.