Ist Gold & Co. eine sinnvolle Geldanlage? Interview mit Eric Sprott …

Eric Sprott gilt als lebende Investment-Legende. Man könnte sogar so weit gehen, dass man sagt, dass er neben Warren Buffett und George Sorros wohl eine der drei größten Investment-Legenden der westlichen Welt ist.

In einem lockeren Privatgespräch stand er First Mover Chefredakteur Tim Roedel im Rahmen der Münchner Edelmetallmesse Rede und Antwort:

Eric, Sie werden als Legende bezeichnet. Was muss ich tun, um auch eine Legende zu werden?


(Lacht) Das Wichtigste ist, frühzeitig am richtigen Ort zu sein. Es ist ein bisschen so, wie wenn man ein frühzeitiges Telefongespräch führt, bei dem sich herausstellt, dass es genau zum richtigen Zeitpunkt war.

Wenn Sie einmal einen Blick in mein Buch werfen (Sprott Asset Management – Mania. Manipulation. Meltdown. Markets at a Glance – 1999-2011), welches eine Zusammenfassung dessen ist, was wir in den letzten 10 Jahren geschrieben haben, werden Sie erkennen, dass es sich dabei um eine akkurate Chronologie von Dingen handelt, die sich auch genauso entwickelt haben.

Wir starteten den Bärenmarkt in 2000, welcher an sich schon allein bestimmte Gesetze hätte definieren sollen, der jedoch bis heute aufgrund von Einflussnahmen von Zentralbanken und Regierungen noch immer nicht ausgestanden ist. Es wurde dieses und jenes Programm aufgelegt, welches ihn davon abhielt, genau das zu tun, was er normalerweise hätte tun müssen. Wir sprachen also über diesen ersten Artikel, der sich um exzessive Spekulation dreht, exakt an dem Tag, als die Nasdaq von 5.000 auf 1.250 fiel und damit 75% verlor. Danach schrieb ich meinen ersten Artikel über Gold im Oktober 2001, über Peak Oil im April 2004, die Immobilienblase im Januar 2006, welche theoretisch keiner kommen sehen konnte (Vorsicht, Ironie!) – es war ziemlich offensichtlich, dass dies so geschehen würde.

Die nächsten Artikel handelten von der Kreditblase im März 2007, der Währungsabwertung im Oktober 2007 und mein absoluter Favorit: Surrealitäts-Check „Dead Man Walking“, welcher im November 2007 verfasst wurde. Er handelt davon, dass die folgenden Unternehmen zusammenbrechen werden: Fannie Mae, Freddy Mac, GM und die Citibank. Alle hatten zu dieser Zeit wirklich riesige Marktkapitalisierungen, dennoch war es so offensichtlich, dass sie zusammenbrechen würden.Und als Follow-Up dazu schrieb ich vor etwa zwei Jahren Surrealitäts-Check „Dead Government Walking“, was davon handelte, dass so viele Länder ihre Kredite nicht mehr bedienen können, was genau dem entspricht, was wir im Moment sehen können. Wir sahen es schon in Island, in Griechenland, im Vereinigten Königreich, das Banken verstaatlichen musste, und wir sehen es sogar hier in Deutschland.

Ich bin mehr auf die Vereinigten Staaten fokussiert und ich denke, dass es so leicht ist zu erkennen, dass die US-Regierung zusammenbrechen wird, weil auch sie ihre Kredite nicht mehr bedienen können wird. Die soziale Absicherung und die Kosten für die medizinische Versorgung sind geradezu explodiert. Jeden Monat sehen wir mehr und mehr Leute mit Nahrungsmittelscheinen in den USA, mit einem Rekordstand im vergangenen Monat. Aus rein zahlenmäßiger Sicht gibt es keine Möglichkeit mehr, dass sie ihre Kredite jemals werden bedienen können; und das ist einfach kalkulierbar. Genauso einfach kalkulierbar, wie dass Fannie zusammenbrechen würde, dass Freddy zusammenbrechen würde, dass die Citigroup zusammenbrechen würde, was letztendlich nur deshalb nicht geschah, weil die Regierung dies nicht zuließ.

Ich denke, in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, die Dinge vorauszusehen und diese offen auszusprechen, wobei es dabei ein Vorteil ist, wenn man Kanadier und damit unabhängig ist.

Welche Lösungen sehen Sie? Was kann getan werden, um all die Probleme der Regierungen und Banken zu lösen?

Ich sehe keine Lösung, das ist das Problem. Meine fundamentale These ist, dass wir ganz einfach ein extrem gehebeltes Bankensystem haben, indem sich die Banken um 20 zu 1 hebeln – wobei dieser Hebel in Europa noch weitaus höher sein dürfte -, immer im Hinterkopf, was die Banken so alles veranstalten, und das besteht nicht nur darin, Kredite zu vergeben (sie traden dies, sie traden das, sie besitzen dies, sie besitzen das).

Wenn Sie sich 20 zu 1 hebeln, dann besitzen Sie Eigenkapital in Höhe von 5 Cent, was einen Dollar an Papier-Posten unterstützt. Aber was passiert, wenn dieser eine Dollar an Papier-Positionen um 5 Cent (oder 5 Prozent) fällt? Schaut man sich zum Beispiel mal eine französische Bank an: Die Anleihen sind am Boden, die Aktien sind am Boden, gleichzeitig versucht jede Bank sich zu de-hebeln, was nichts anderes bedeutet, als dass sie etwas verkaufen wollen. Doch wer soll das Zeug kaufen? Keine französische Bank will einer anderen französischen Bank mehr etwas abkaufen, keiner will überhaupt noch irgendetwas kaufen!

Ich möchte also klar behaupten, dass die Banken einfach keine vernünftige Eigenkapitalquote besitzen und wenn dieser Dominostein fällt… Den Fall des ersten Dominosteins, das ist das Einzige, was alle Regierungen weltweit verhindern wollen. Und der Fehler, den man mit Lehman Brothers machte war, dass man sie einfach so pleite gehen ließ, was dann letztlich auch den Zusammenbruch in 2008 auslöste. Und seitdem ließen sie niemanden mehr pleitegehen. Jeder wurde gerettet. AIG wurde gerettet, Fannie und Freddy wurden zu so genannten Conservatorships, Banken kauften andere Banken, die sich nicht mehr selbst helfen konnten.

Die Regierungen unterstützten das Bankensystem, so dass niemand mehr Bankrott gehen musste. Denn eines ist auch klar: Das Problem bei einer Liquidation ist, dass Sie etwas verkaufen müssen, nur wo liegt der Wert? Gerade wenn man sich einmal all diese schwachen europäischen Staaten ansieht: die Zinsen für deren Anleihen würden sehr viel höher sein, wenn nicht die EZB und die EFSF all diese Staatsanleihen kaufen würde.

Ohne diese Maßnahmen würden Sie in eine fürchterliche Todesspirale geraten. Wenn Ihre Zinsen steigen, dann hilft auch kein Sparprogramm mehr, um diese Zinsen zahlen zu können. Wenn Griechenland die Zinsen zahlen müsste, die eigentlich für deren Staatsanleihen fällig wären, wie viele Sparmaßnahmen müsste man dann eigentlich durchsetzen? Es wäre ganz einfach unmöglich, diese Zinserhöhungen noch zu bedienen.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie wir dieses Überhebelungs-Problem lösen sollen, denn eines sollte jedem klar sein: wenn Sie gezwungen sind, übermäßig zu sparen, dann wird Ihr Bruttoinlandsprodukt sinken. Und wenn Ihre Wirtschaftsleistung sinkt, beeinflusst dies den Wert Ihrer Aktivposten, ganz einfach deshalb, weil Ihre Wirtschaft schrumpft. Danach bekommen Sie dasselbe Problem mit Ihrer Bankbilanz, weil ein Dollar-Asset keinen Dollar mehr wert ist. Egal, ob es nun Sparmaßnahmen oder Gelddruck-Maßnahmen sein werden, jeder dieser Wege zieht große negative Konsequenzen nach sich. Und ich weiß wirklich nicht, wie wir aus diesem Schlamassel wieder herauskommen sollen.

Ich glaube die Rahmenbedingungen, mit denen die Regierungen und alle Verantwortlichen arbeiten wollen, lauten: Verzögern und Vortäuschen. „Machen wir einfach mal so weiter, gebt uns etwas mehr Zeit um das Problem zu lösen“. Aus meiner Sicht wird man das Problem jedoch nie lösen können.

Lassen Sie uns zum Rohstoff-Sektor kommen. Welche Kriterien haben Sie für ein Investment in ein Rohstoffunternehmen?

In den vergangenen drei Jahren wurden Edelmetall-Aktien regelrecht verdroschen. Wenn ein Unternehmen zu mir ins Büro kommt, dann nehme ich zunächst einmal den aktuellen Tagespreis des Metalls und frage dann: „Wie hoch wird in zwei Jahren Ihre Produktionsrate sein?“. Die Rahmenbedingung dafür, dass ich in ein Unternehmen investiere lautet ganz einfach: Wenn ich Ihr Unternehmen für das Dreifache dessen kaufen kann, was Sie in zwei Jahren an geschätzten Einnahmen haben werden, dann kaufe ich es. Was unglaublich günstig ist.

Nur zur Erinnerung: Es gab Zeiten, da kamen Leute zu mir ins Büro als der Goldpreis bei 1.000 Dollar stand und auch schon damals legte ich diesen dreifachen Einnahmenwert in zwei Jahren zu Grunde. Nun, bei 1.500 Dollar hätten diese Leute doppelt so viel Geld gemacht, für mich bedeutete dies aber zugleich, dass ich nur noch eineinhalb Mal den Einnahmenwert in zwei Jahren investiert habe.

Wir hatten Silberproduzenten, die zu uns kamen, als Silber bei 18 Dollar notierte. Ich sagte zu ihnen: „Ich kaufe Ihr Unternehmen für den dreifachen Wert der Einnahmen, die Sie geschätzt in zwei Jahren generieren werden“. Dann verdoppelte sich der Silberpreis und der komplette Anstieg war quasi Profit. Der Profit stieg genau genommen sogar um etwa 150 Prozent, sodass ich also im Nachhinein lediglich den einfachen Wert der geschätzten Einnahmen des übernächsten Jahres bezahlt hatte. Und ich kenne auch Unternehmen, deren Einnahmen-Schätzung für 2012 genau dem entspricht, was ich vor zwei Jahren bezahlt habe.

Für mich dreht es sich bei der Bewertung von Produzenten also hauptsächlich um die zu erwartenden Einnahmen. Handelt es sich um Explorationsgesellschaften so ist es eine Frage von: wie groß kann ich werden? Welche Logik bringt mich zu der Auffassung, dass diese Gesellschaft derart groß werden könnte? Ich bin kein Geologe, aber es gibt so manche Dinge, die man sich im Laufe der Zeit aneignet.

Nehmen wir an es existiert ein drei Kilometer langer Mineraliengürtel, der erst zu einem Drittel bebohrt wurde. Und wir wissen, dass dort etwas ist, wir haben Outcroppings gefunden, haben den Rest aber bisher noch nicht bebohrt. Ich erkenne also, dass dieses Unternehmen die Chance auf eine Verdreifachung seiner Ressourcen hat. Dann schaue ich, was ich für diese dreifache Ressource in zwei Jahren zahlen könnte. Wenn Sie einen Goldproduzenten für weniger als 50 Dollar je potenzieller Unze oder einen Silberproduzenten, der mit weniger als einem Dollar je Unze bewertet wird, haben können, dann sieht das für mich absolut günstig aus. Und im Hinterkopf habe ich immer wieder, dass die Metallpreise wohl sowieso ansteigen werden.

Und bei Basismetallen?

Ich bin kein großer Fan von Basismetallen, weil ich befürchte, dass wir eine schrumpfende Wirtschaft bekommen werden. Das Einzige, das mich Lügen strafen könnte, wäre, wenn wir eine Hyperinflation bekommen würden, bei der die Menschen einfach nur reale Werte haben wollen. Ich kaufe lieber Dinge, bei denen ich davon überzeugt bin, dass deren Wert steigen wird.

Sollten wir eine Hyperinflation bekommen, dann werden Edelmetalle stark an Wert gewinnen. Sollten wir eine Deflation bekommen, dann denke ich, dass die Menschen ebenso in Scharen in Edelmetalle investieren werden, da sie ganz einfach die Verwundbarkeit des Bankensystems erkennen. Sie werden also auf zweierlei Wegen gewinnen. Im Falle von Basismetallen gibt es wohl nur einen Weg und das wäre eine künftige Hyperinflation. Ich bin bisher aber nur sehr wenig in Basismetallen investiert.

Wie sieht es mit anderen Rohstoffen, wie z.B. Pottasche aus?

Ich bin außerordentlich an Pottasche interessiert.

Ich habe mitbekommen, dass Sie in den letzten Jahren eine ganze Reihe an Investments in Pottasche-Unternehmen getätigt haben…

Ja, wir besitzen Anteile an Allana Potash, an South Bolder und an einigen kleineren kanadischen Unternehmen. In diesem Sektor kaufe ich ungerne große Produzenten, da diese in Gegensatz zu den kleinen ziemlich überbewertet sind. Man muss einfach die Geduld aufbringen, bis sich diese kleinen Unternehmen zu großen Unternehmen entwickelt haben.

Im Jahr 2000 haben Sie in eine relativ kleine Goldfirma investiert…

…ja, diese Geschichte würde ich Ihnen gerne erzählen. Im Jahr 2000, als ich begann, mich für Gold zu interessieren und darin zu investieren, besuchte ich ein Unternehmen in Toronto, welches eine 43-101-Cut-Reserve von – sagen wir – X Unzen pro Tonne besaß. Sie sagten allerdings, dass wenn man diese Reserve nicht kürzen müsste, eine Reserve von etwa 1,5 X ausweisen könnte. Ich dachte: Wow, 1,5 X ist eine Menge mehr als X, weil es das Ganze doppelt so wirtschaftlich machen würde.

Ich begann also, mich in dieses Unternehmen einzukaufen und viele Leute sagten zu mir: wie kannst du nur diese Firma kaufen? Von dem Typen, der diese führt, hört man nicht viel Gutes! Ich erwiderte darauf: Nun, es sieht so aus, als hätten sie ein großartiges Vorkommen, ich denke deshalb, dass es eine gute Idee sei, sie zu kaufen.

Dieses Unternehmen hatte damals eine Marktkapitalisierung von weniger als 500 Millionen Dollar und es hieß Goldcorp. Niemand mochte das Unternehmen in 2000, aber es war nun mal alles dort und das Unternehmen steigerte seine Marktkapitalisierung auf mehrere Milliarden Dollar. Es war damals an der NYSE gelistet und durchlief den gesamten Prozess, durch den man nun mal durch muss. Du gehst an die TSX-Venture, wirst dann größer und gehst an die TSX, wirst nochmal größer und listest dann an der NYSE. Mich persönlich interessiert es nicht, ob ein Unternehmen an der NYSE gelistet ist oder nicht. Für mich gibt es zwischen den einzelnen Börsen keinen Unterschied.

Kommen wir zu Ihrem Lieblings-Rohstoff: dem Silber. Welche Meinung haben Sie zu einem zukünftigen Silber-Gold-Ratio?

Historisch lag das Verhältnis zwischen dem Goldpreis und dem Silberpreis immer bei 15 oder 16 zu 1. Solange die beiden Metalle in den USA und in Europa als Währung galten. Aktuell liegen wir bei einem Gold-Silber-Ratio von etwa 50 zu 1, sieht man sich aber mal die fundamentalen Daten an, so kommt man schnell zu dem Schluss, dass das keinen Sinn macht.

Wenn ich mir die Daten der US Mint ansehe, so ist es mittlerweile so, dass diese für jeden Dollar den sie an Gold verkauft auch einen Dollar an Silber verkauft. Das heißt also im Klartext, dass sie 50-mal mehr Silber als Gold verkaufen. Die Perth Mint liegt bei einem Verhältnis von 1,5 (Gold) zu 1 (Silber), die österreichische Münze bei 2,5 zu 1, wobei Silber dort einen sehr großen Zuwachs hat.

Sprott Asset Management hat an der NYSE zwei Trusts gelistet, den Sprott Physical Silver Trust und den Sprott Physical Gold Trust. Als wir den Gold Trust listeten, umfasste das IPO 440 Millionen Dollar. Als wir den Silber Trust listeten, umfasste das IPO dagegen 550 Millionen Dollar. Niemand zwang die Leute die Trusts zu kaufen, sie taten es einfach. Die Frage ist nur: Wie können die Leute genauso viel Silber kaufen, wie sie Gold kaufen, wenn der Preisunterschied bei 1 zu 50 liegt? Das ist einfach unmöglich!

Sehen Sie, die Anzahl der Silberunzen zu der Anzahl der Goldunzen auf diesem Planeten beträgt etwa 16 zu 1, das historische Preisverhältnis betrug deshalb 1 zu 16 und wir wissen, dass es im Silbermarkt eine Knappheit gibt. Das beflügelt den Papiermarkt geradezu. Im Silber-Papier-Markt können Sie täglich eine Milliarde Unzen Silber traden. Die weltweite Silberproduktion liegt dagegen bei 800 Millionen Unzen Silber – pro Jahr! Wer sind diese Leute, die derartige Positionen traden?

Versetzen Sie sich mal in den Kopf dieser Person, die eine Milliarde Unzen Silber verkauft hat. Was denkt der sich? Es ist absolut unmöglich, dass er diese Menge an Silber physisch besitzt. Der Papierpreis legt also den physischen Preis fest, früher oder später wird aber der physische Preis den Papierpreis festlegen.

Wie stehen Sie zu seltenen Erden, Lithium, Silizium und all diesen Nischen-Produkten?

Ich habe bisher noch nicht in derartige Elemente investiert. Der Grund dafür liegt ganz einfach darin, dass man regelrecht Student werden muss, um die jeweiligen Märkte zu verstehen und es außerdem eine Menge an Arbeit ist, ein Experte für Lithium etc. zu werden. Und dazu muss man sich einmal das dazugehörige Investitions-Universum ansehen.

Wie viele Lithium-Unternehmen kann ich kaufen? Wir bewegen 10 Milliarden Dollar und ich glaube nicht, dass ich meine Zeit dafür aufwenden sollte, mir Silizium näher anzuschauen, da es einfach nicht DIE Investmentmöglichkeiten bietet. All diese Dinge werden vor allem in der Industrie benötigt und ich habe meine Bedenken zu Industriemetallen ja schon Kund getan. Ich kann aber die logischen Zusammenhänge, auf die Sie hinauswollen durchaus sehen. Wenn man irgendein Produkt durch ein günstigeres ersetzen kann, so ist das sicherlich ein großer Schritt für letzteres.

Sie sind also nur auf Metalle fokussiert, die Sie aktiv handeln können und die einen Marktpreis besitzen?

Ja, Sie müssen ja schließlich die Möglichkeit haben, Ihr Geld auch investieren zu können. Gerade aus diesem Grund bin ich bisher auch noch nicht in Seltene Erden, Lithium und ähnliche Dinge eingestiegen, weil es nur sehr wenige Produzenten gibt. Gibt es in diesen Bereichen überhaupt schon Produzenten? Alle haben sie hier und dort ein paar kleinere Erzkörper, die Förderung findet aber fast ausschließlich in China statt.

Ich denke, es ist einfach eine Frage dessen, wofür ich meine kostbare Zeit aufwende, damit ich für meine Kunden einen ordentlichen Ertrag erwirtschaften kann. Ich meine, wie hoch ist die Marktkapitalisierung der gesamten Lithium-Industrie? Können wir überhaupt schon von einer Industrie sprechen? Der ganze Sektor ist dermaßen klein und ich muss dazu noch Student werden, um den Lithium-Bereich zu durchschauen. Ich muss ganz einfach die Angebots- und Nachfragesituation verstehen, was noch eine Zeitlang dauern wird.

Es könnte also sein, dass wenn wir uns in drei Jahren treffen, Sie mir erzählen, dass Sie dann in Lithium investiert sind?

Wenn ich mir anschaue, welche Wertsteigerungen ich mit Edelmetallen erreichen kann, dann würde ich wohl jede Aktie für den dreifachen Preis der in zwei Jahren zu erwartenden Einnahmen bezahlen. Ganz einfach deswegen, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass die Preise für Edelmetalle in den kommenden Jahren steigen werden und sich daraus unglaubliche Möglichkeiten ergeben. Und genau da will ich dabei sein.

Je mehr wir von all diesen Dingen mitbekommen, die wir aktuell täglich in den Medien präsentiert bekommen, desto mehr sind wir davon überzeugt, dass wir mit unseren Einschätzungen genau richtig liegen. Es schreit mich regelrecht an, in Gold und Silber zu investieren. Und es vergeht nicht ein Tag an dem es aus meiner Sicht nicht immer schlimmer und schlimmer wird.

Würde eine Wirtschaftskrise nicht einen negativen Effekt auf den Silberpreis haben?

Ja, würde sie. Es besteht kein Zweifel daran, dass Silber zur Hälfte industriell genutzt wird. Meine Denkweise ist, dass wenn man eine Industriekrise hatte, dass man danach immer auch ein Bankenproblem haben wird. Wir sahen erst vor Kurzem eine Wirtschaftskrise, die viele Bankkredite in akute Schwierigkeiten brachte. Wie sollten diese zurückgezahlt werden?

Man erkannte recht schnell, dass man Probleme bekommen würde, die Kredite bezahlt zu bekommen. Und auch der Immobiliensektor, allen voran in den USA, verursachte viele faule Kredite. Man hat nun also einen großen Teil seiner Bilanz, die ganz einfach in großen Schwierigkeiten steckt. Und da wir ohnehin schon eine Menge Probleme haben, wollen wir ja nicht, dass auch noch unser genossenschaftliches Kreditportfolio in schwere See gerät.

Ich bin der Meinung, dass gerade die industrielle Nachfrage sinken wird. Ich bin gleichzeitig aber auch der festen Überzeugung, dass die Märkte schon längst Gold zu einer Art Ersatzwährung gemacht haben. Dass das so ist, zeigt der 600-prozentige Anstieg von Gold in den letzten zehn Jahren, wo die Aktienmärkte quasi kaum dazugewannen. Keiner sprach vor zwei oder drei Jahren von Gold. Jetzt haben wir sogar schon Leute von der Weltbank, die sagen, dass die Währungen wieder durch Gold hinterlegt sein müssten. Was wäre passiert, wenn diese Leute das so in 2002 gesagt hätten? Sie wären einfach nur von der Bühne gelacht worden.

Meine Meinung ist: Wenn Gold eine Währung wäre, dann wäre auch Silber eine Währung und die Anzahl dessen, was gebraucht werden würde, um ein solches, auf Gold und Silber basierendes Währungssystem aufzubauen, wäre mehrfach höher als das, was durch eine schwindende Industrienachfrage weniger gebraucht würde. Und genau deswegen fühle ich mich absolut sicher.

Vor einigen Tagen sah ich eine Goldpreisschätzung von Haywood, die von 1.150 USD für 2015 ausging. Was sagen Sie dazu?

Ich glaube nicht für eine Sekunde, dass Gold einen Rückfall auf 1.150 Dollar erleben wird. Jeder gibt ständig neue Hochs für Gold vor und jedes Jahr fallen diese immer höher und höher aus. Erst diesen Morgen las ich einen Artikel, in dem stand, dass Indiens Goldnachfrage in diesem Jahr um 30 Prozent wachsen wird. Wie kann dieses um 30 Prozent anziehen, wenn wir pro Jahr nur zwei Prozent mehr Gold fördern?

Das ist schlichtweg unmöglich! Man könnte auch sagen, dass die Anzahl an Goldmünzen, die die Canadian Mint in diesem Jahr verkaufte um 30 Prozent höher lag als im vergangenen. Wie kann das sein, ohne dass der Goldpreis ansteigt? Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Gold Anfang nächsten Jahres die Marke von 2.000 Dollar erreichen wird. Wie hoch es dann weiter gehen wird – Ich habe keine Ahnung, weil ich nicht weiß, wie unverantwortlich Regierungen und Zentralbanken handeln werden. Umso unverantwortlicher diese handeln, umso höher wird der Goldpreis steigen. Und um Ihre Frage abzuschließen: Ich denke, dass der Goldpreis über das Jahr 2015 hinaus steigen wird.

Vielen Dank Herr Sprott!

Ich danke Ihnen!

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2 Gedanken zu “Ist Gold & Co. eine sinnvolle Geldanlage? Interview mit Eric Sprott …

  1. Sehr interessant finde ich die These von Sprott, daß Gold und Silber sowohlim inflationären, wie auch im deflationären Szenario zulegen würden.
    Für mich unfassbar ist, wie Anleger derzeit Aktien aussichtsreichster Explorer oder im Vorproduktionsstadium befindlicher Edelmetall -Gesellschaften zu Schleuderpreisen auf den Markt werfen. Wartet man auf eine Bodenbildung auf der Käuferseite ? Es kommt mir so vor, als ob es Kaufgelegenheiten wie derzeit so schnell nicht wieder geben dürfte. Dank an Herrn Roedel, daß er diese Interview veröffentlicht hat.

    • In der vorigen Woche wurde von mehreren Medien vermeldet, dass Sprott den Kauf von Silber im wert von 1,5 Milliarden USD angemeldet habe. Inwieweit dies stimmt, lässt sich nur schwer nachprüfen. Am ehesten dürfte man es am zukünftigen Silberpreis ablesen können.