Innovatives Windkraft-Konzept: erneuerbare Energie aus dem Wald

Ökonomie und Ökologie im Einklang

Was haben bayerische Wälder mit Winderzeugung gemein? Auf den ersten Blick sicherlich nichts.

Dass der heimische Wald und regenerative Stromerzeugung mittels Windkraft jedoch eine perfekte Symbiose zwischen Ökonomie auf der einen und Ökologie auf der anderen Seite bilden können, zeigt das neue bayerische Prestigeprojekt „Fasanerie“. In 2010 entstand im Landkreis Hof Bayerns erster Wald-Windpark.

Bayern stark von Atomkraft abhängig

Bayern ist aktuell sehr vom Atomstrom abhängig. Vor der Abschaltung der sieben ältesten deutschen Atommeiler deckten die deutschen Atomkraftwerke 23 % des gesamten inländischen Strombedarfs. In Bayern lag diese Quote dagegen bei 57%.

Auch nach Abschaltung eines von fünf bayerischen Atomreaktoren (Isar 1) dürfte dieser Anteil kaum gesunken sein. Einen Teil der ausgefallenen Stromkapazitäten bekommt man seitdem vom umstrittenen Kernkraftwerk im tschechischen Temelín.

Dass man auch in Bayern hinsichtlich der Energieversorgung umdenken muss, hat man in München schon seit geraumer Zeit erkannt und ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Vorgesehen ist unter anderem die Öffnung der bayerischen Staatswälder für die Stromgewinnung.

Die Lage ist entscheidend

Der Standort einer Windkraftanlage ist entscheidend für den Erfolg des Projekts. Da bieten sich die bayerischen Staatsforste sehr gut an, liegen diese doch oft in den Mittelgebirgen, wo es besonders auf Anhöhen ordentlich weht. So auch im Projektgebiet des neuen Wald-Windparks „Fasanerie“.

Die bei der Planung von Windparks oft geäußerten Umweltbedenken gab es bei diesem Wald-Windpark nicht:

Für den Bau der fünf Windräder musste zwar eine Waldfläche von zusammengenommen etwa einem Hektar gerodet werden. Der dadurch verloren gegangene Waldbestand wird aber an anderer Stelle aufgeforstet.

Weiterer Pluspunkt:

Das deutsche Bau- und Umweltrecht schreibt für den Betrieb von Windkraftanlagen große Abstände zu Siedlungsräumen vor, um die Bürger nicht nur vor Lärm, sondern auch vor dem Schattenschlag der Rotorblätter zu schützen. Die geforderten Abstände sind in Wald- und Forstgebieten beinahe immer einhaltbar – ebenfalls ein großer Standortvorteil bayerischer Wälder.

Zahlen und Fakten

Die fünf Windkraftanlagen besitzen eine Nabenhöhe von jeweils 138 Metern. Der Rotordurchmesser beträgt 82 Meter und gibt jeder Anlage ihren Namen: Enercon E82. Die Rotornabe inklusive Alugondel, Maschinenträger und Ringgenerator wiegt 40,5 Tonnen.

Eine Besonderheit der Naben von Enercon-Windkraftanlagen ist ihre eiförmige Form, die die Windenergieausbeute um 15 % steigert. Die drei Rotorblätter wiegen jeweils acht Tonnen, sind leicht nach außen gebogen (ähnlich der Flügelhaltung eines Seeadlers) und lassen sich um bis zu 90 Grad seitlich drehen. Damit wird erreicht, dass sogar der innere Teil der Rotorkreisfläche mit für die Windausbeute genutzt werden kann.

Stromerzeugung für 7.500 Haushalte möglich

Insgesamt kann der Wald-Windpark „Fasanerie“ Strom für 7.500 Haushalte liefern. Dies allerdings nur auf Basis seiner Spitzenauslastung, also dann, wenn alle fünf Anlagen gleichzeitig unter Optimalbedingungen und unter Ausschöpfung ihrer vollen Kapazität von jeweils zwei Megawatt laufen.

Gemeinschaftsprojekt der Energiespezialisten

Am Projekt Wald-Windpark „Fasanerie“ waren und sind insgesamt drei Energiespezialisten beteiligt.

Für Planung und Organisation ist die Firma Ostwind zuständig. Die Ostwind-Gruppe mit Sitz in Regensburg hat nach eigenen Angaben bisher 60 Windparks mit insgesamt 412 Windenergieanlagen und einer Leistung von 573 Megawatt geplant, gebaut und ans Netz gebracht. Daneben entwickelt das Unternehmen aktuell Windparks mit einer Gesamtleistung von 720 Megawatt und plant Windparks mit 950 Megawatt vor. Ostwind ist aktuell in vier europäischen Ländern aktiv.

Den Bau der eigentlichen Windkraftanlagen übernahm Enercon – zusammen mit Nordex Windanlagenmarktführer in Deutschland. Das Unternehmen hat bisher mehr als 17.000 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 22.000 Megawatt gebaut und installiert. Enercon besitzt Produktionsflächen von etwa 478.000m², und das in sechs Ländern auf vier Kontinenten.

Betrieben wird die gesamte Anlage von der REWAG, dem größten Stromanbieter in Regensburg. Das Unternehmen erwarb die fünf Windkrafträder für insgesamt 18 Millionen Euro und wird diese in den kommenden zwei Jahrzehnten auf eigene Rechnung betreiben.

Alle drei an dem Projekt beteiligten Unternehmen sind in ihrem jeweiligen Bereich führend und bauen auf teilweise jahrzehntelange Erfahrung.

Wald-Windparks – ein zukunftsweisendes Energieprojekt

Übrigens: Ein weiterer, zweiter Wald-Windpark befindet sich bereits in der Entstehung. Dieser wird im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz von den gleichen Unternehmen gebaut und betrieben werden.

Gerade mit den leistungsfähigen Enercon-Anlagen, die vor allem auf Höhe und Hightech-Rotorblätter setzen, lassen sich auch in Waldgebieten alle beschriebenen Vorteile optimal nutzen. Die bayerische Staatsregierung und die Erbauer sowie Betreiber des Wald-Windparks „Fasanerie“ haben bereits ihre Bereitschaft für weitere Gemeinschaftsprojekte signalisiert.

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2 Gedanken zu “Innovatives Windkraft-Konzept: erneuerbare Energie aus dem Wald

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