Seltene Erden und die steigenden Preise, eine unterschätzte Gefahr

Neben all der Diskussionen um strauchelnde Finanzsysteme, Währungscrashs, Inflationsgefahren und der damit verbundenen Flucht in Gold und Silber, trat ein fast ebenso heikles Thema in den vergangenen Monaten wieder in den Hintergrund: Die Frage nach der zukünftigen Versorgung mit Seltenen Erden.

Die Versorgung der Weltwirtschaft mit Seltenen Erden ist dabei aus zweierlei Gründen von essentieller Bedeutung. Einerseits hat man sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit Neuentwicklungen wie modernen Handys, Flachbildschirmen, iPods und iPads quasi selbst von Seltenen Erden abhängig gemacht. Mittlerweile kommt kaum ein Elektrogerät mehr ohne Seltene Erden aus.

Andererseits liegt die momentane Förderung von Seltenen Erden zu annähernd 95 Prozent in den Händen Chinas. China besitzt jedoch selbst einen aufstrebenden High-Tech-Sektor, den es mit den begehrten Seltenen Erden zu versorgen gilt. Ohne die Versorgung mit Seltenen Erden stehen wichtige Branchen wie die Elektroindustrie, aber auch die Automobilindustrie oder der medizinische Sektor am Abgrund. Ganze Volkswirtschaften drohen auseinanderzubrechen.

China besitzt damit eine Marktmacht sondergleichen und kann – wenn es denn will – die einzelnen Preise spielend beeinflussen. Dem ist sich China natürlich bewusst.

Der frühere Staatschef Deng Xiaoping erkannte dies schon im Jahre 1992 und prägte damals den Ausspruch „Der Mittlere Osten hat Öl, China hat Seltene Erden“, in Anspielung darauf, dass der so genannte „Westen“ sich ebenso darauf verlässt, dass die großen Erdölfördernationen im Mittleren Osten ihr Erdöl auch in Zukunft weiterhin billig an die großen Industrienationen in Nordamerika und Europa verkaufen.

Deng Xiaoping erkannte damals schon, dass sich technischer Fortschritt im 21. Jahrhundert nur mit dem massiven Einsatz von Seltenen Erden verwirklichen lassen wird. Und es kam letztendlich auch genauso, wie Xiaoping vorausgesagt hatte.

Der Bereich der Seltenen Erden wurde auf der westlichen Halbkugel nahezu komplett vernachlässigt. Die Technologien des 20. Jahrhunderts verlangten noch nicht so hohe Mengen an Seltenen Erden, sodass man die relativ geringen Mengen, die man benötigte, quasi zu Spottpreisen aus dem Reich der Mitte importieren konnte. Der teure Bau von eigenen Minen war einfach nicht notwendig.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts schnellten mit dem technischen Fortschritt auch die chinesischen Exporte an Seltenen Erden rapide in die Höhe. Doch in China erinnerte man sich an die Worte Deng Xiaopings und während China in 2006 noch etwa 60.000 Tonnen an Seltenen Erden exportierte, halbierten sich diese Exporte bis zum Jahr 2010.

Dies sehr zum Leid der westlichen Industrienationen, denn auch wenn es bisher nur selten Versorgungsengpässe bei einzelnen Elementen der Seltenen Erden gab, die Preise für die begehrten Grundstoffe haben sich seit dem Jahr 2004 bis zu Verhundertfacht.

Auch wenn die beiden Elemente Cer und Lanthan dabei Ausreißer nach oben sind, so zeigt beispielsweise der Durchschnittspreis der zu erzielenden Einnahmen in USD pro Kilogramm Seltene Erden der geplanten australischen Nolans Mine eine Versiebzehnfachung im Zeitraum von 2004 bis 2010.

Sieht man sich dann zusätzlich noch die Preisentwicklung bis einschließlich Juli 2011 an, so erkennt man schnell, dass sich der Preis für ein Kilogramm an Seltenen Erden aus der geplanten Nolans Mine im Vergleich zu 2010 nochmals verdreifacht und innerhalb von nur sechs Monaten allein in 2011 verdoppelt hat.

Der Seltene Erden – „Warenkorb“ von Nolans kann dabei durchaus als Benchmark für die meisten anderen Seltene Erden Projekte weltweit und auch für die durchschnittliche Preisentwicklung von Seltenen Erden allgemein angesehen werden.

Gerade auf Grund dieser enormen Preisentwicklung, aber auch wegen der schon jetzt bestehenden Abhängigkeit vom Gutdünken Chinas, haben die USA und einige führende europäische Industrienationen mehrere der Seltenen Erden bereits als strategische Rohstoffe eingestuft, deren Förderung beziehungsweise Beschaffung also mit hoher Priorität versehen.

Trotzdem mehrere neue Unternehmen mit Explorationsprojekten auf den Markt drängen und ab dem kommenden Jahr mehrere Seltene Erden Projekte die Produktion aufnehmen werden, ist ab 2012 außerhalb Chinas mit einem Nachfrageüberschuss und damit mit weiter steigenden Preisen für Seltene Erden zu rechnen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Nachfrage nach High-Tech-Produkten weiter steigen wird und Seltene Erden nur in ganz wenigen Ausnahmefällen substituierbar, also ersetzbar sind.

So dürfte ab 2012 neben der Finanzkrise noch eine zweite, bis dato absolut unterschätzte Gefahr lauern: eine Wirtschaftskrise! – Und das nicht wegen schlechter Konjunkturaussichten, sondern auf Grund dessen, dass vielen Branchen der Grundstoff Seltene Erden fehlen wird!

Seltene Erden bilden nun schon seit April 2011 einen festen Bestandteil des First Mover Depots. Ich bin gespannt darauf in den Kommentaren zu hören, wie viele von Ihnen auch in Seltene Erden investiert sind.

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3 Gedanken zu “Seltene Erden und die steigenden Preise, eine unterschätzte Gefahr

  1. Man sollte unbedingt investiert sein. Die Aktien sind leider beispiellos
    volatil. Aber die Chancen dürften phänomenal sein. Wahrer Wohlstand
    hat m.E. zurecht die Arafura – Aktie stark empfohlen (siehe die o.a. Nolans
    Lagerstätte). Zuletzt beispielloser Abverkauf. Na, dann lege man doch besser
    in Staatsanleihen an mit 2,2% Rendite……. Oder Geduld haben ?????
    und auf Seltene Erden setzen ?

    • First Mover setzt aktuell weniger auf Arafura als vielmehr auf Greenland Minerals. Das Unternehmen wird in diesem Jahr von den Ressourcen her das weltgrößte Seltene Erden Projekt Bayan Obo überholen und sollte spätestens dann eine Neubewertung erhalten.

  2. Es ist wie mit vielen Investitionen; wenig Risiko birgt eben auch weniger Ertrag. Im Bereich der Seltenen Erden liegt ohne Zweifel noch eine Menge an Potential gegen oben drin. Rückschläge aus verschiedenen Gründen sind natürlich immer latent vorhanden. Etwas Risikobereitschaft sollte schon mitgebracht werden. Das allerwichtigste scheint mir jedoch, eine reiche Diversifikation der Anlagen vorzunehmen und darunter fallen ohne Zweifel auch Rohstoffe jeglicher Art. Am besten zur Zeit liegen lassen und für eine Weile vergessen.