Erneuerbare Energie macht Sinn, Desertec aber nicht …

Photovoltaikanlagen sind eine sinnvolle Sache, entweder auf dem eigenen Dach (zwecks staatlicher Vergütung je Kilowattstunde eingespeisten Stroms in das öffentliche Netz oder zur Selbstversorgung) oder innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Problematisch wird es bei Projekten wie etwa Desertec.

Die Desertec Foundation ist ein Zusammenschluss von mehreren Technologieunternehmen, Banken, Stiftungen und anderen Gruppen. Diese Strominitiative setzt sich für die Übertragung von in Wüstenregionen erzeugtem Solar- und Windstrom nach Europa ein.

Das bedeutet nichts anderes, als dass in der Sahara mittels Photovoltaik erzeugter Strom nach Europa transportiert werden soll.

Dabei müsste nur ein kleiner Teil der sonnenreichen Sahara mit Photovoltaikanlagen bepflastert werden, um den Strombedarf von ganz Europa decken zu können. Auch die Überbrückung der enormen Distanzen über das Mittelmeer bis nach Mitteleuropa scheint technisch kein großes Problem darzustellen.

Ich persönlich bin skeptisch, dass das vor allem politisch sinnvoll ist.

Denn so gut sich das ganze Vorhaben auch anhören mag, ein Schönheitsfehler bleibt:

Die politische Stabilität von Ländern wie Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Jordanien und Co. scheint gerade in der heutigen Zeit nicht gegeben zu sein.

Zudem könnten zukünftige Regime das Projekt jederzeit als Druckmittel benutzen. Man macht sich damit zu sehr vom Wohlwollen der beteiligten nordafrikanischen Länder abhängig.

Was ist, wenn Marokko oder Tunesien plötzlich den Stecker ziehen um aus Europa mehr Geld oder Ähnliches erhalten zu wollen?

Das Projekt dürfte damit zunächst einmal gestorben sein. Ein letzter Hilferuf an die von der Regierung Merkel eingesetzte Ethikkommission, die die Energiesituation der Gegenwart und der Zukunft aus unterschiedlichen Positionen beleuchten soll, hat zuletzt auch nichts mehr gebracht.

Auch wenn sich einige prominente Solarunterstützer wie Noch-Außenminister Westerwelle zuletzt nochmals vor die Desertec-Lobby-Karre haben spannen lassen: Die Abhängigkeit Europas vom Wohlwollen Nordafrikas und des Nahen Ostens dürfte selbst den kühnsten Optimisten allmählich auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Solarenergie ja, die Techniken sind sehr ausgereift, aber bitte nur auf sinnvollem Wege!

Um mehr zu diesem Thema zu erfahren, besuchen Sie doch unsere Übersicht zu regenerativen Energien.

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5 Gedanken zu “Erneuerbare Energie macht Sinn, Desertec aber nicht …

  1. 1) Bitte nur wirtschaftlich sinnvollen Solarstrom gutheißen ! Muß auf Dauer ohne Einspeisevergütung auskommen. Ansonsten wird dem Verbraucher permanent Geld entzogen. Fragezeichen über Fragezeichen ????????

    2) Neben den erwähnten politischen Risiken betr. Nordafrika kommt als
    schwerwiegender Nachteil die weite Entfernung hinzu. Nach dem Ohm´schen Gesetz gehen, je weiter der Transportweg, umso mehr
    Strom in Wärme über, also verloren. Man spricht von 40 bis 45%. Hinzu
    kommt, daß auch in Nordafrika nachts keine Sonne scheint.

    • Ohne Einspeisevergütung wird es bei Solarstrom auf absehbare Zeit nicht gehen. Das liegt vor allem daran, dass Solarstrom etwa im Vergleich zu Windstrom ein relativ schlechtes Kosten/Ertrag-Verhältnis besitzt. Während Nachts kein Solarstrom erzeugt werden kann, ist dies mit Windkrafträdern durchaus möglich. Auch wenn der Wind an einem Ort nicht permanent weht, über ganz Europa verteilt ließe sich mit genügend Windrädern dennoch eine gewisse Erzeugungsbasis erreichen.

  2. Leider steht in dem Artikel schon wieder, das es sich bei der Vergütung um eine “staatliche Vergütung” handelt. Dies ist nicht zutreffend. Richtig ist, dass alle Stromkunden einen erhöhten Beitrag zahlen, um die Photovoltaikanlagen wirtschaftlich betreiben zu können. (EEG) Dies hat zur Folge, dass Photovoltaikanlagen in naher Zukunft konkurenzfähig gegenüber fossilien Kraftwerken werden.

  3. Pingback: Energiewende nimmt Formen an – Stromhighways für Deutschland

  4. Pingback: Emerging Markets: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch