Emerging Markets: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Die erneuerbaren Energien setzen trotz der Finanzkrise ihren beachtlichen Wachstumskurs fort. So stiegen die weltweiten Investitionen in den Bereich der regenerativen Energien im Jahr 2010 um mehr als 30 Prozent auf über 200 Mrd. US-Dollar und markierten damit ein neues Rekordniveau.

Zu dieser Entwicklung trugen nicht zuletzt die Emerging Markets bei. Allein auf China, das gegen seinen Ruf als weltweit größter Umweltverschmutzer ankämpft, entfielen dabei Investitionen von fast 50 Mrd. US-Dollar.

Damit war das Reich der Mitte wie bereits im Vorjahr weltweiter Spitzenreiter bei den Neuinvestitionen in regenerative Energien. Überdurchschnittlich starke Wachstumsraten können auch die Märkte in Zentral- und Südamerika vorweisen. Hier stiegen die Investitionen in erneuerbare Energien im vergangenen Jahr um 39 Prozent auf rund 13 Mrd. US-Dollar.

China: Aufstrebende Weltmacht mit ökologischen Ambitionen

China ist auf dem besten Weg, sich nicht nur als neue politische und wirtschaftliche Weltmacht zu etablieren, sondern auch eine Führungsrolle im Bereich der alternativen Energien einzunehmen.

Die Ambitionen der chinesischen Regierung spiegeln sich in einem über 40 Mrd. US-Dollar schweren Investitionsprogramm in den „Grünen Sektor“ wider. Das asiatische Land produziert aktuell rund die Hälfte der weltweit genutzten Photovoltaikmodule.

Doch während China im Westen vor allem aufgrund seiner Konkurrenz im Solarsektor von sich Reden macht, wird gerne übersehen, dass das Land zudem verstärkt auf Windenergie setzt. So flossen im vergangenen Jahr knapp 80 Prozent der Investitionen in den Windsektor. Weltweit rangiert das asiatische Land bei den installierten Windkapazitäten auf dem ersten Platz.

Indien: Wachstumsmarkt mit Solar-Mission

Indien kann nicht nur bei seiner Bevölkerungszahl mit spektakulären Zuwachsraten aufwarten. Das Land weitete im Jahr 2010 seine Investitionen in erneuerbare Energien um 25 Prozent auf knapp 4 Mrd. US-Dollar aus. Weltweit nahm Indien damit den achten Platz ein.

Wie in China entfiel dabei der Großteil der Investitionen auf die Windenergie. Die starken Zuwachsraten dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Indien immer noch rund die Hälfte der Primärenergie aus Kohle gewinnt.

Um die steigende Energienachfrage zu bedienen und auch ländliche Regionen an das Stromnetz anzubinden, setzt die indische Regierung inzwischen verstärkt auf die Solarenergie. So wurde im Jahr 2009 eine „Solar Mission“ verabschiedet, mit der Indien bis 2022 zu einem der führenden Länder im Solarsektor aufsteigen will.

Grünes Eldorado Lateinamerika?

Brasilien hat als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas aktuell mit rückläufigen Investitionen in den Bereich der erneuerbaren Energien zu kämpfen, was allerdings in erster Linie auf eine Konsolidierung im Biotreibstoffsektor zurückzuführen ist.

So sank das Investitionsvolumen im Jahr 2010 um rund 5 Prozent. Allerdings bewegt sich das Land mit Neuinvestitionen von 6,9 Mrd. US-Dollar immer noch unter den internationalen Spitzenreitern. Mehr investiert wurde lediglich in China, Deutschland, den USA und in Italien.

Brasilien deckt rund die Hälfte des inländischen Energieverbrauchs mit erneuerbaren Energien ab. Dabei setzt das Land insbesondere auf Wasserkraft und Ethanol. Gleichzeitig treibt die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff aber auch den Ausbau der Kernenergie voran und setzt damit die Politik ihres Vorgängers Lula da Silva fort.

Neben Brasilien zählen auch Mexiko und Argentinien zu den ökologischen Vorreitern. So stiegen die Investitionen in Mexiko im Jahr 2010 um fast 350 Prozent an. Die mexikanische Regierung unter Präsident Felipe Calderón hat sich zum Ziel gesetzt, die Kapazitäten im Bereich der regenerativen Energien bis zum Jahr 2012 von 3,3 Prozent auf über 7,5 Prozent auszuweiten.

In Argentinien haben sich die Investitionen in erneuerbare Energien indes fast versiebenfacht. Bis zum Jahr 2016 will das Land 8 Prozent der Energie im regenerativen Bereich produzieren. Dabei setzt das Land insbesondere auf Wind, Ethanol, Biodiesel und Biomasse.

Emerging Markets: Ökologische Zukunftsmärkte mit Abhängigkeiten

Es besteht kein Zweifel daran, dass die aufstrebenden Märkte auch bei erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen werden. Dabei werden die Investitionen der Wachstumsmärkte von der Notwendigkeit vorangetrieben, die Energieversorgung einer stetig größer werdenden Mittelschicht und einer wachsenden Industrie sicherzustellen.

Insbesondere die wirtschaftlichen Verflechtungen mit den Industrienationen und die Abhängigkeit von der weltweiten Konjunkturentwicklung dürften jedoch zukünftige staatliche Förderprogramme beeinflussen. Von besonderem Interesse wird dabei sein, in welchem Maße China seine Investitionen in erneuerbare Energien bei einem schwächeren Wirtschaftswachstum fortsetzen wird.

Wie ist Ihre Meinung? Sind Länder wie Indien oder Mexiko die grünen Pioniere der Zukunft?

Kostenlose Updates

Tragen Sie unten Ihre Email-Adresse ein, um neue Artikel per Mail zu erhalten:

Wir hassen Spam genau wie Sie und geben Ihre Daten in keinem Fall an Dritte weiter!


Wie Sie erfolgreich in den Mega-Trend Energiewende investieren

Wenn Sie in die Energiewende investieren wollen, bieten sich Ihnen heutzutage enorme Chancen.

Doch die Risiken sind nicht ohne.

Viele Investoren sind auf kurzfristige Gewinne aus und machen den Markt dadurch unberechenbar.

Deshalb setzten gerade langfristige Investments eine solide Wissengrundlage voraus.

Was genau von Relevanz ist und welche Branchen die erfolgversprechendsten sind, erfahren Sie im kostenlosen Sonderreport zur Energiewende in Deutschland.

Mehr erfahren


Die Kommentarfunktion ist geschlossen.