Hoch leben Panik und Chaos, Feuerwerk außer Kontrolle

Paradox, paradox, was sich da seit einigen Tagen an den weltweiten Finanzmärkten abspielt.

Die USA vor der vermeintlichen Pleite gerettet, hätten die Börsen rund um den Globus doch eigentlich – rein logisch betrachtet – aufatmen müssen. Selbsternannte Experten hatten gar schon von bevorstehenden Kursfeuerwerken gesprochen.

Nun, wie wir heute wissen kam es auch dazu, allerdings geriet dieses Feuerwerk außer Kontrolle und verkehrte sich selbst zum Bumerang.

Wenn man es nüchtern betrachtet, war der Ausverkauf der letzten Tage allerdings auch schon längst überfällig. Bei all dem Chaos, das in den vergangenen Monaten, mittlerweile ja schon fast Jahren (seit der Lehman-Pleite) in der Finanzwelt herrschte und dennoch mit steigenden Kursen belohnt wurde, ist es nicht verwunderlich, wenn es mal so richtig kracht im Gebälk!

Das Vertrauen in den Euro ist dahin und so langsam realisieren alle Nicht-Schweizer, dass es mit Hilfe des Europäischen Stabilitätsmechanismus in Zukunft auch direkt an ihr Portemonnaie gehen wird.

Wobei allein diese Tatsache schon den Begriff „Stabilitäts“-mechanismus ad absurdum führt. Denn zur gesellschaftlichen Stabilität innerhalb des Euro-Raumes wird eine weitestgehend schon beschlossene Transferunion mit Sicherheit nicht beitragen.

Eher zum Gegenteil, denn beim Geld hört – zumindest dann, wenn eine gewisse Schmerzgrenze überschritten ist – die Freundschaft (unter den Völkern) bekanntlich auf.

Und wie wird es jetzt weitergehen?

Nun ja, die Zeichen stehen weiterhin auf Geldvernichtung. Italienische und spanische Staatsanleihen können nur noch zu Zinssätzen um die sieben Prozent an den Mann gebracht werden, die größte italienische Bank, die Unicredit, dürfte mit ziemlicher Sicherheit zur nächsten HypoRealEstate werden und die USA, die jahrzehntelang als DER Welt-Wirtschaftsmotor angebetet wurden, werden die ganze Misere noch zusätzlich verstärken.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch mit zwei Punkten aufräumen, die mich in den vergangenen Tagen den Kopf haben schütteln lassen.

Die viel beschworene Panik ist weniger die Folge rationalen oder irrationalen Denkens, sondern durch ein schon lange krankendes Börsensystem hausgemacht.

Denn einerseits wird mehr und mehr auf Pump gehandelt, weswegen offene Handelspositionen nach erfolgtem Margin Call häufig aufgelöst werden (müssen), da die Händler weitere Sicherheitsleistungen nicht mehr hinterlegen (können).

Der Begriff Margin Call ist nichts anderes als ein Warnhinweis, der von einem Broker an einen Händler übermittelt wird. Zu diesem Warnhinweis kommt es dann, wenn die Gefahr droht, dass mit einer offenen Handelsposition die Hinterlegungssumme (Margin) unterschritten wird.

Andererseits machen Stopplimits im heutigen, stark elektronisierten, sprich automatischen Handel nur noch bedingt Sinn, da sie zu schlimmen, computergestützten beziehungsweise computerverursachten Dominoeffekten und damit beschleunigten Abstürzen führen können.

Desweiteren wurde sich in den vergangenen Tagen von mehreren Seiten unter anderem darüber lustig gemacht, dass es gerade in der aktuellen Situation zahlreiche „Idioten“ gäbe, die noch US-Staatsanleihen kaufen.

Nun, diese vermeintlichen Idioten nennen sich Japaner und es blieb ihnen nichts weiter übrig, sofern sie ihre ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft nicht noch gänzlich an die Wand fahren wollten.

Diese mussten ihren – durch die Euro- und Dollar-Krise aufgewerteten – Yen durch den Erwerb von Anleihen und Dollarnoten (bildlich gesprochen) mit allen Mitteln versuchen abzuwerten, um sich ihrer Wirtschafts-Exporte zu erleichtern.

Bleibt die Frage, was denn erst passieren wird, wenn die Schweizer beginnen werden, ihren viel zu starken Franken abzuwerten, um wenigstens noch ein paar Touristen ins Land zu locken…

Das First Mover Depot zeigt sich übrigens bisher von den Kursverlusten der vergangenen Tage recht unbeeindruckt. Gerade einmal drei Prozentpunkt steht als Verlust seit Wochenbeginn zu Buche. Gold und Silber sei Dank!

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