MetroCoal: Australischer Kohle-Explorer hat ehrgeizige Ziele

Australien deckt Energiebedarf aus alternativer Kohle

Kohle, in Deutschland und den meisten anderen europäischen Staaten längst zum Auslaufmodell verkommen, erfreut sich in Australien – hiergibt es keine Atomkraftwerke – weiterhin großer Beliebtheit.

Das jedoch nicht nur in seiner altbekannten schwarzen, klumpig-dreckigen Form: Ein Großteil des Energieverbrauchs von Downunder wird mit Gas abgedeckt.

Wie hängen nun aber Kohle und Gas zusammen? Das Zauberwort heißt Kohlevergasung! So bezeichnet man die Überführung von Kohlenstoff in brennbare gasförmige Verbindungen, speziell Wassergas (Synthesegas), Generatorgas und Stadtgas. Für MetroCoal ist Wasser- beziehungsweise Synthesegas entscheidend.

Die so genannte endotherme Wassergasreaktion entsteht aus Kohle, die zuvor durch Verbrennung an Luft aufgeheizt wurde, und Wasserdampf, so genanntes Wassergas, eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Viele australische Gaskraftwerke werden mit eben diesem Synthesegas, das aus Kohleflözen hergestellt wird, betrieben und können damit letztlich Energie in Form von Strom erzeugen.

MetroCoal mit Dreifachstrategie

Neben der so genannten „Gasification“ verfolgt man bei MetroCoal zwei weitere strategische Ziele (bitte beachten Sie dazu die Grafik). Nachgewiesene oberflächennahe Kohlevorkommen sollen möglichst mittels kostengünstigen Übertagebaus gefördert werden, während tieferliegende Kohleschichten (in circa 100 bis 200 Metern) mittels eines möglichst effizienten Untertageabbaus gefördert werden sollen.

Die daraus gewonnene Kohle soll – wie in Australien allgemein üblich – in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer Indien, Indonesien und allen voran China exportiert werden. All die Kohlevorkommen, die unter diesem Bereich liegen, sollen mittels Kohlevergasung ausgebeutet werden. Dabei wird durch Zuführungvon Luft (O2) und Wasserdampf Kohlegas (Synthesegas) aus den Kohleschichten an die Oberfläche befördert.

Dort angekommen, wird es in brennfähiges Gas umgewandelt und danach entweder direkt an ein Gaskraftwerk weitergeleitet oder zur Zwischenlagerung verflüssigt und in entsprechenden Tanks deponiert. MetroCoal benötigt dabei eine Mindestressource von 100 Millionen Tonnen Kohle, um etwa 20.000 Barrel Flüssiggas herzustellen. Dazu soll möglichst ein eigenes Kraftwerk versorgt werden, das man bis auf eine Kapazität von 400 Megawatt ausbauen könnte.

Flaggschiffprojekt mit chinesischer Beteiligung

Apropos China: Eines der beiden Flaggschiffprojekte MetroCoals, das Columboola-Projekt, wird zusammen mit China Coal, einem der größten Kohleproduzenten Chinas, exploriert. China Coal sicherte sich einen 51%igen Anteil an Columboola, indem es sich verpflichtete, 30 Millionen AUD in die Exploration und Entwicklung des Projekts zu investieren. Die Bohrarbeiten starteten im November 2010, mussten wegen Schlechtwetter in der Region westlich von Brisbane jedoch unterbrochen werden. Erste Ergebnisse lassen somit noch auf sich warten.

Das Surat Basin: Australiens Kohlebecken hat enormes Potenzial

Columboola liegt, wie auch alle anderen Projekte, im Surat Basin, das sich westlich von Brisbane erstreckt. Dieses Becken ist eine recht junge Bergbauregion Australiens. Dennoch besitzt sie bereits einige sehr lukrative Kohleprojekte.

So sicherte sich Xstrata einige Produktionslizenzen, die zum Teil direkt an die Projekte von MetroCoal angrenzen. Cockatoo Coal, einer der größten Kohleproduzenten Australiens, akquirierte erst kürzlich alle Surat-Basin-Projekte von Anglo Coal. Ein weiterer großer Kohleproduzent, New Hope Corporation, hat im Dezember 2010 ein Übernahmeangebot für Northern Energy abgegeben – ein Unternehmen, das ebenfalls sehr stark im Surat Basin engagiert ist.

All das zeigt, dass das Surat Basin längst auch von den großen Kohleproduzenten als DIE kommende Kohleregion Australiens eingeschätzt wird.

Flaggschiffprojekt Nummer 2: Bundi & Co.

Eines der beiden Flaggschiffprojekte von MetroCoal hatte ich Ihnen bereits vorgestellt. Fehlt noch das zweite, das sogar schon eine Ressourcenbasis besitzt. Es nennt sich Bundi und besitzt eine Ressource von 380 Millionen Tonnen Kohle.

Bei Bundi handelt es sich um ein Untertage-Projekt mit einem hohen Explorationspotenzial. Am 8. Februar 2011 unterzeichnete MetroCoal einen Contractor-Vertrag mit einer Bohrfirma. Diese wird nun in den kommenden Monaten insgesamt 70 Bohrlöcher setzen.

Die so genannte Bundi JORC Resource Area grenzt im Norden an mehrere Minenlizenzen namhafter Kohleproduzenten, darunter auch Xstrata, die auf ihren Lizenzen schon hochgradige Kohleressourcen nachweisen konnten. Etwa zehn Kilometer westlich von Bundi liegt das Projekt Norwood. Dafür konnte bereits eine Ressource von mindestens 156 Millionen Tonnen Kohle nachgewiesen werden. Auch hier will man in 2011 verstärkt Explorationsarbeiten durchführen, um an eine angestrebte Gesamtressource von 2,5 bis 3,5 Milliarden Tonnen Kohle heranzukommen.

Zehn Kilometer östlich von Bundi liegt das Projekt Juandah, das eine nachgewiesene Ressource von 170 Millionen Tonnen Kohle beherbergt. Juandah ist vor allem für die oben genannte Kohlevergasung vorgesehen, da die dortigen Kohlevorkommen relativ tief liegen.

Ausbau der Infrastruktur in vollem Gange

Der Ausbau der Infrastruktur innerhalb des Surat Basins läuft auch Hochtouren. Es existiert zwar eine Eisenbahnlinie in Richtung Brisbane, die zum Kohletransport genutzt werden kann, deren Kapazitäten stoßen jedoch schon jetzt an ihre Grenzen. Deshalb entschloss man sich zum Bau einer weiteren Eisenbahnverbindung in nördlicher Richtung.

Diese soll an die Hafenanlagen in Wiggins Island, südlich von Rockhampton, angeschlossen werden. An diesem Ausbau ist MetroCoal beteiligt und sichert sich so wichtige Transportkapazitäten. Ein Teil der Linie besteht mittlerweile. Der komplette Anschluss soll bis 2015 durchgeführt werden. Spätestens dann will MetroCoal eine jährliche Förderung von etwa 5 Millionen Tonnen Kohle aufgebaut haben.

Starkes Management und starke Shareholder-Basis

Aus MetroCoals Management-Team ragen vor allem zwei Personen heraus. Das ist zum einen CEO Mike O’Brien, der bereits seit 35 Jahren im australischen Mining-Sektor tätig ist. Dabei arbeitete er unter anderem auch für Shell Coal und Anglo Coal (Tochterunternehmen von Anglo American). Während dieser Zeit war er für mehrere Übertage-, Untertage- und Kohlevergasungsprojekte verantwortlich.

COO Theo Psaros ist ein vielseitig begabter Manager. So war er unter anderem CEO der Queensland Rugby Union und des Porsche Carrera Cups. Psaros ist ein wahres Organisationstalent und verfügt über hervorragende Kontakte in Australien. Insbesondere sein guter Ruf innerhalb des australischen Finanzsektors sollten MetroCoal einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen.

MetroCoals Aktien befinden sich zu mehr als 70% in der Hand von institutionellen Anlegern. Knapp 50% werden von Metallica Minerals Limited gehalten und 6,2% von JP Morgan Nominees Australia. Zudem fällt auf, dass in jüngster Zeit die Bank of America Corporation ihren Anteil an MetroCoal sukzessive auf mehr als 10% erhöht hat. Somit befinden sich aktuell weniger als 30% aller MetroCoal-Aktien in der Hand von nichtinstitutionellen Anlegern.

Fazit: Ehrgeizige Ziele für 2011

Für das Jahr 2011 hat sich das Metro-Coal-Management ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt: eine Ressourcenbasis von 2,5 bis 3,5 Milliarden Tonnen Kohle. Das würde mindestens eine Verdreifachung der aktuellen Ressourcenbasis bedeuten. Geht man einmal davon aus, dass das Unternehmen für das Columboola Projekt nichts aufwenden muss und zudem etwa 15 Millionen AUD in der Kasse hat, sich also erst mal nicht weiter verwässern muss, so wäre theoretisch innerhalb von nur zwölf Monaten ein Kurs um 1AUD je Aktie möglich.

Ganz so optimistisch bin ich nicht; ich bin aber der Meinung, dass man zumindest 0,60 bis 0,70 AUD erreichen kann. Besonders wichtig erscheint mir, dass sich das Management sofort auch an der geplanten Erweiterung des benötigten Schienennetzes beteiligt und zudem mit China Coal noch einen ganz Großen der Branche ins Boot geholt hat.

Update

Nach meiner ursprünglichen Kaufempfehlung  für die Aktie von Metrocoal, wurde sie in der vergangenen Nacht bei 0,51 AUD oder umgerechnet 0,377 Euro ausgestoppt. Das First Mover Depot realisiert somit einen Gewinn von 50,80% seit meiner Empfehlung vom Februar 2011.

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Ein Gedanke zu “MetroCoal: Australischer Kohle-Explorer hat ehrgeizige Ziele

  1. Bei Metrocoal ist die Situation mittlerweile so, dass mehrere Unternehmen aus Indien, Korea, China, Japan, Australien und den USA Interesse an einen Einstieg bei Metrocoal bekunden. Gerüchtet wird derweil ein Umfang von 600 bis 700 Millionen AUD, die dem Unternehmen dadurch zufließen könnten. Details sind in Kürze zu erwarten.