Atomausstieg besiegelt – Endlagerfrage weiter ungelöst

Es ist vollbracht: Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz zum Atomausstieg mit breiter Mehrheit verabschiedet. Dabei ging es am heutigen Donnerstag im Deutschen Bundestag bei der Debatte zum geplanten Atomausstieg zunächst recht hitzig zu.

Während sich Sozialdemokraten und Grüne brüskierten, dass alles eigentlich ihre Idee war, sie dies schon vor 10 Jahren so beschlossen hätten und Kanzlerin Merkel sich diesen „Erfolg“ nun auf ihre Fahnen schreiben will, um Pluspunkte in der Bevölkerung zu sammeln, wiesen Vertreter der Regierungskoalition darauf hin, dass man zur Erreichung der Ziele gerade einmal einen Schritt voran gekommen sei und es noch viel Arbeit für alle gäbe.

Damit meinte Minister Rösler wohl nicht nur die Politik, sondern auch die Bevölkerung im Lande, die die Energiewende nicht nur finanziell schultern muss. Neben dem eigentlichen „Ja“ zum Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahr 2022, möglicher Fördermöglichkeiten für Photovoltaik, Wasser und Co., dem notwendigen Ausbau des Hochspannungsnetzes sowie der Schaffung von Speichermöglichkeiten standen nämlich noch weitere einschneidende Punkte auf der Tagesordnung.

Ein großes Potenzial sieht die Bundesregierung dabei im Bereich des Stromeinsparens. Dabei zielt man in Zukunft vor allem auf die sogenannte „energetische Sanierung“ von Gebäuden ab. Deren Förderung soll ab 2012 mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Darüber hinaus soll ein neues Modell es Hausbesitzern ermöglichen, die Sanierungskosten steuerlich geltend zu machen. Zudem soll es Vermietern in Zukunft erlaubt sein, bis zu elf Prozent des anfallenden Sanierungsaufwands auf die Mieter umzulegen – Konfliktpotenzial voraus!

Darüber hinaus umfasst das aktuelle Maßnahmenpaket eine Ausgleichsmöglichkeit für die energieintensiven Industrien, die von Strompreiserhöhungen besonders betroffen wären. Dabei sollen bis zu 4.000 Betriebe bis zu 500 Millionen Euro jährlich an Ausgleichszahlungen erhalten.

Beim Thema Atommüll-Endlager ist man hingegen auch nach dieser Debatte noch immer keinen Schritt weiter. Es sollen jedoch nun neben Salzstöcken auch Tonkavernen und Granitaushöhlungen auf ihre Tauglichkeit untersucht werden – und das deutschlandweit. Bei der Frage nach neuen Kapazitäten zum Ersetzen der fehlenden Energien durch die Abschaltung der AKWs ist hingegen eine Einigung erzielt worden. Demnach sollen in einem beschleunigten Verfahren vor allem mehrere neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von etwa zehn Gigawatt gebaut werden.

Als Fazit bleibt, dass zwar viel Arbeit auf alle wartet, dass von der nun eingeläuteten Energiewende aber besonders die profitieren werden, die möglichst als erste in die richtigen Branchen investieren. Welche Branchen das sein werden und welche Unternehmen jetzt besonders kaufenswert sind, darüber werde ich Ihnen in den nächsten First Mover Ausgaben mehr berichten und Ihnen auch konkrete Empfehlungen unterbreiten.

In der Zwischenzeit würde mich sehr interessieren, was Sie vom heutigen Beschluss halten. Ist dieser positiv anzusehen? Was sind die Nachteile? Und vor allem: mit welchen Veränderungen müssen wir Ihrer Meinung nach in Zukunft rechnen?

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5 Gedanken zu “Atomausstieg besiegelt – Endlagerfrage weiter ungelöst

  1. Ich halte den Atomausstieg für einen fatalen Fehler und ein großes Experiment, dessen Scheitern durch vernünftiges Nachdenken heute schon vorhersehbar ist. Was die Nachkriegsgeneration hier in Deutschland aufgebaut hat, wird auf unverantwortliche Weise aufs Spiel gesetzt.
    Wenn in Deutschland eine stabile und kostengünstige Stromproduktion nicht mehr möglich ist, wird auch der Status unseres Landes als Industrienation gefährdet. Hinter dieser Entscheidung steht pure Ideologie und Technologiefeindlichkeit. Es wird geleugnet, dass der Mensch mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und der daraus resultierenden Technik verantwortlich umgehen kann.
    Folgende Möglichkeiten und Erkenntnisse werden ignoriert oder verleugnet:

    zum Kugelhaufenreaktor: http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article12871902/Gibt-es-sichere-Kernkraftwerke.html

    zum Problem mit dem Atommüll: http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/forschung-innovation/forscher-entschaerfen-atommuell/2607546.html

    zur Fusions-Forschung: http://www.welt.de/wissenschaft/article13205577/Forschung-zur-Kernfusion-wird-zurueckgefahren.html

    zur generellen Problematik einer sicheren Energieversorgung:
    http://www.bueso.de/news/video-betrug-mit-freien-energie

    Ich halte Investitionen in den Bereich erneuerbarer Energien langfristig für sehr problematisch, kurzfristig können vielleicht Gewinne erzielt werden.
    Allerdings sind Investments in die Nuklearindustrie auch mit Vorsicht zu tätigen, solange so großer politischer Gegenwind besteht. Für einen Investor sicherlich ein recht unbefriedigende und schwierige Situation.

    • Die Bundesregierung scheint zu sehr auf regenerative Energiequellen fokussiert, um einen Blick für weitere Technologien wie etwa die Kernfusion zu haben. Da stimme ich mit Ihnen überein. Ähnlich wie beim Elektroauto, dass in den 1980er Jahren schon serienreif war, dann aber angeblich auf Druck der Ölindustrie wieder in der Schublade verschwand, scheint nun auch die Kernfusion wieder im Nirvana unterzugehen. Dieses Mal eventuell auf Druck der Solar- und Windbranche? – Denn eines ist klar: sollte die Kernfusion wirklich machbar und vor allem auch sicher sein, dann wären Windräder und Solarkollektoren wohl schnell wieder überflüssig. Man könnte also durchaus provokativ behaupten, dass nicht die Atomkraft die Brücke zu den regenerativen Energien ist, sondern die regenerativen Energien die Brücke hin zur Kernfusion bilden.

  2. 1. Die Kernspaltung ist gefährlich und unbeherrschar!!!
    Oder muss es in Deutschland erst so kommen wie in Tschernobyl oder Fukushima, oder gar noch schlimmer ?

    2. Die Kernfusion hat nach JAHRZEHNTEN der Forschung nicht den Beweis erbracht, dass sie praxistauglich ist; also bitte nicht weiter Geld daran verschwenden, sondern aufhören und zugeben, dass dieses Experiment gescheitert ist! (England ist wohlweislich schon lange aus der Finanzierung ausgestiegen; die Franzosen tun es noch aus nationalem Prestige, die Deutschen, weil sie einfach den netten Spendieronkel geben wollen…)

    3. Die Techniken der “erneuerbaren Energien” haben hingegen ihre Tauglichkeit bereits heute erwiesen! Natürlich müssen sie weiter entwickelt werden, und das darf auch ein bisschen was kosten, so wie jede neue Technologie…
    Es ist allerdings eine groteske Verkennung der Tatsachen, dass sie viel teurer wären als die Atomenergie, denn das Gegenteil ist der Fall! Die Atomenergie wurde in ihren Anfangszeiten mit Hunderten Milliarden finanziert/subventioniert. Dagegen ist die Umlage auf den Strom aus erneuerbaren Energien ein Klacks. Wer’s nicht glaubt, soll sich kundig machen!

    • Auch da sind natürlich ein paar gute Ansätze dabei. Wobei die Kernfusion aus meiner Sicht durchaus machbar erscheint. Aber auch hier gibt es mehrere Interessengruppen, die nicht viel davon halten dürften.
      Bei den regenerativen Energien liegt das Problem aktuell wohl eher im Bereich der Finanzierbarkeit. So liegen besipielsweise Kosten und Nutzen bei Photovoltaik und Windkraft weit auseinander. Mehr dazu finden Sie auch in einer der nächsten First Mover – Ausgaben.

  3. Pingback: Skandinavien: Vorreiter der globalen Energiewende | First Mover