Energiewende: Deutschland wählt den grünen Weg

Energiewende kommt – fragt sich nur zu welchem Preis

Fukushima hat aufgerüttelt: Was den Japanern für Generationen als die größte Katastrophe der Neuzeit in Erinnerung bleiben wird, dürfte für Deutschland das Ereignis sein, das dem Land den entscheidenden Anstoß hin zur endgültigen Etablierung von so genannter „grüner“ oder auch „regenerativer“ Energie gegeben hat. Und das mit allen Konsequenzen.

Kontinuierliche Energieerzeugung nur eingeschränkt möglich

Denn der (schnelle) Ausbau der regenerativ erzeugten Energie in Deutschland, ja in Europa, birgt so einige Schwierigkeiten, die nicht wegzudiskutieren sind. Das größte Problem ist die konstant zu erzeugende Strommenge. Die Sonne scheint zwar immer, allerdings ist sie in Europa eben nur einige Stunden täglich zu sehen und kann dementsprechend lediglich tagsüber zum zukünftigen Energiemix beitragen. Ähnlich ist es bei der Windkraft.

Mal pustet der Wind stark, mal weht nur ein laues Lüftchen, ein anderes Mal bläst er gar nicht und zu gewissen Zeiten auch zu stark, weshalb Turbinen abgeschaltet werden müssen. Wasserkraft- und Biomassekraftwerke können zwar recht konstant Strom erzeugen, sind aber mengenmäßig stark beschränkt.

Netzausbau und neue Speichersysteme dringend notwendig

Man könnte nun natürlich einwenden, dass es ja nicht in allen Teilen Deutschlands und Europas gleich viel oder gleich wenig Wind zum selben Zeitpunkt gibt. Man könnte also bei einer Flaute in Süddeutschland durchaus den zeitgleichen stürmischen Wind an der See nutzen und den dort überschüssigen Strom gen Süden leiten. Allerdings fehlen dafür aktuell noch die notwendigen Transportkapazitäten in Form von Starkstromleitungen.

Eine andere Möglichkeit böten intelligente Speichersysteme, die Strom speichern, wenn er nicht benötigt wird, und bei schwacher Stromausbeute oder in Spitzenzeiten die gespeicherte Energie wieder abgeben. Dabei müssen es nicht immer aufwändige und großflächige Pumpspeicherkraftwerke sein, wie oftmals in den Medien angeführt.

Probleme der regenerativen Energieerzeugung

Das alles kostet natürlich Unsummen von Geld und wird in den kommenden Jahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer spürbaren Erhöhung der Strompreise führen. Zudem muss ein länderübergreifender Konsens gefunden werden.

Auch muss – vor allem parteipolitisch – Einigkeit darüber herrschen, inwieweit man bei Abschaltung aller Kernkraftanlagen überhaupt andere Energieformen als Brücke bis hin zu einer großflächigen Etablierung von Sonne, Wind & Co. nutzen kann. Denn da bleiben aktuell nur fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl. Und vor allem bei einer Erhöhung der Energieerzeugung aus Kohle kommt das mehr und mehr „grüne“ Deutschland in eine Zwickmühle. Denn es stellt sich dann die Frage, inwieweit man die selbst gesteckten CO2-Ziele wird einhalten können.

Öl macht wenig Sinn und spielt schon jetzt bei der Stromerzeugung nur eine unter geordnete Rolle. Bei Gas wäre die CO2-Bilanz besser, allerdings ist man hinsichtlich solcher Kraftwerke in Deutschland recht schwach aufgestellt.

Die Bevölkerung muss mitziehen

Wobei wir beim wohl größten Verhinderer der Energiewende angelangt sind. So paradox es klingt: Gerade die Bevölkerung, die ja bekanntlich bei der nächsten bundesdeutschen Wahl – schenkt man den Umfragen Glauben – zu einem Viertel „grün“ wählen würde, ist momentan wohl das größte Hindernis in Sachen Energiewende.

Raus aus der Atomkraft wollen mittlerweile fast alle, regenerative Energie, ein urdeutsches Bestreben nach Sauberkeit und Moderne, wollen auch fast alle. Nur, ein Okay zu Bauten quasi vor der eigenen Haustür – sei es nun ein Hochspannungsmast, eine Windturbine oder ein Pumpspeicherkraftwerk – will fast niemand geben.

Fazit: Große Chancen, große Ungewissheit

Daneben können auf die deutsche Stromwirtschaft aber auch noch Probleme zukommen, die die oberflächlichen Artikel der Massenmedien bisher noch gar nicht beleuchtet haben. So etwa Seltene Erden, die ungemein wichtig für den Bau von Windturbinen und Solarkollektoren sind, die sich bisher aber noch nicht substituieren lassen. Eine einmalige Chance bietet eine in großem Maßstab unter Einbeziehung mehrerer Länder geplante und gut durchdachte Energiewende allemal.

Letztlich müssen zunächst einmal dringende Fragen zum Konzept und zur Finanzierung beantwortet werden. Gerade das dürfte die wohl größte Hürde für eine Wende hin zu einem energietechnisch sauberen Europa sein.

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3 Gedanken zu “Energiewende: Deutschland wählt den grünen Weg

  1. “…Transportkapazitäten in Form von Starkstromleitungen.”

    Die technisch richtige Wortwahl wäre: “.. in Form von Hochspannungsleitungen”
    Alternativ könnte man sie auch als “Hochleistungs-Leitungen” bezeichnen, da hohe Leistungen (Megawatt) transportiert werden.

    Je höher die Spannung, desto weniger Stromstärke und thermische Effekte,
    bei gleicher Leistung (Watt/ KiloWatt/ Megawatt)
    Das Europäische Netz, wird mit 380-410 KiloVolt Betrieben (400KV), Untergeordnte Netze mit 220KV, 110KV und 20KV.

  2. Pingback: Intelligente Stromspeichersysteme | First Mover